Schmerzmittel

Frei verkäufliche Schmerzmittel zur Einnahme

Schmerzmittel, die man ohne ärztliches Rezept in der Apotheke kaufen kann, sind zur Behandlung von akuten Schmerzen während weniger Tage geeignet. Unsere hoch qualifizierten Apotheker und Apothekerinnen helfen bei der Entscheidung, ob die Schmerzen eine ärztliche Diagnose oder Behandlung erfordern oder sich mit einem frei verkäuflichen Schmerzmittel behandeln lassen und welches Schmerzmittel für den individuellen Fall am besten geeignet ist.

Eine verhältnismässige aber genügend hohe Dosis ist zur erfolgreichen Bekämpfung von Schmerzen unabdingbar. Diese Dosis richtet sich nach Art und Intensität der Schmerzen und wird von unseren Fachleuten vor Ihrem persönlichen medizinischen Hintergrund festgelegt. Die korrekte Auswahl aus einer Vielzahl unterschiedlicher Arzneimittelformen bringt grosse Vorteile einer nebenwirkungsarmen und zeitlich effizienten Schmerztherapie. So beschleunigen bereits vor der Einnahme gelöste Wirkstoffe den Transport in den Körper.

Die wiederholte, langfristige Einnahme von Schmerzmitteln sollte wegen schwerwiegender Nebenwirkungen wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Blutdruckerhöhung oder Nierenproblemen nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Gefürchtet sind auch Schmerzmittel induzierte Kopfschmerzen, die bei Einnahme von Schmerzmitteln an mehr als 10 Tagen pro Monat auftreten können.

Freiverkäufliche Schmerzmittel enthalten einen der nachfolgend kurz beschriebenen Wirkstoffe:

Paracetamol

Wirkt schmerzstillend, fiebersenkend, jedoch nur sehr gering entzündungshemmend und eignet sich daher für Schmerzen, die nicht mit einer starken Entzündung einhergehen, wie z.B. Kopfschmerzen und grippale Gliederschmerzen. Es ist das einzige freiverkäufliche Schmerzmittel, das in der Schwangerschaft kurzfristig eingenommen werden darf und gilt in der Kindermedizin als Mittel der ersten Wahl gegen Schmerzen und Fieber. Paracetamol kann mit den meisten anderen Medikamenten kombiniert werden. Bei Überdosierung wirkt es lebertoxisch, weshalb die Maximaldosen sowie das Einnahmeintervall von mindestens 4 Stunden unbedingt beachtet werden müssen.

Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Acetylsalicylsäure

Diese Schmerzmittel haben zusätzlich zur schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkung eine stark entzündungshemmende Komponente, was sie von Paracetamol unterscheidet. Sie eignen sich also speziell für Schmerzen im Zusammenhang mit akuten Entzündungsvorgängen, wie z.B. Halsschmerzen, Zahnschmerzen und Schwellung nach Sportverletzungen usw.
Die häufigste Nebenwirkung dieser Wirkstoffe sind Magen-Darm Beschwerden. Empfindliche Personen können deshalb einen Protonenpumpenhemmer, der die Produktion der Magensäure hemmt, als Magenschutz während der Behandlung mit Schmerzmitteln einnehmen.

Bei einigen Wirkstoffen erweist sich eine chemische Modifizierung (z.B. L-Lysin- oder Natrium-Salze) als vorteilhaft, da sie dadurch unter anderem eine optimierte Wasserlöslichkeit aufweisen und so vom Körper schneller aufgenommen werden können – was immerhin eine um ca. 10 Minuten schnellere Wirkung mit sich bringt.


Die frei verkäuflichen Schmerzmittel im Vergleich

Wirkstoff
Vorteile
Nachteile
Dosierung
Spezielles
Gut verträglich. In Schwangerschaft und bei Kindern anwendbar. In schnelllöslicher Form verfügbar.
Kaum entzündungs-hemmend
Alle 4-6 Stunden 500-1000mg Max. 4000mg/Tag
Bei Überdosierung lebertoxisch
Gut verträglich. Kleinstes Risiko für schwere Magen-Darm-Nebenwirkungen. In schnelllöslicher Form verfügbar.
Alle 4-6 Stunden 200-400mg Max. 1200mg/Tag
Auch für Kinder als Sirup verfügbar
Stark entzündungshemmend. In schnell löslicher Form verfügbar.
Führt häufiger zu Leber-nebenwirkungen
Alle 4-6 Stunden 12.5-25mg Max. 75mg/Tag
Auch zur äusserlichen Schmerzstillung als Gel oder Pflaster verfügbar
Wirkt länger. Von Vorteil bei Schmerzen, die den ganzen Tag andauern
Wirkungseintritt später
Alle 8-12 Stunden 200mg Max. 600mg/Tag
Im Ausland gebräuchlicher als in der Schweiz
Stark entzündungs-hemmend. Bewährt bei diagnostizierter Migräne. In schnelllöslicher Form verfügbar
Häufiger schwere Magen-Darm-Nebenwirkungen. Hinsichtlich Wechselwirkungen mit andern Medikamenten nur nach Rücksprache mit Fachpersonen empfohlen.
Alle 4-8 Stunden 500-1000mg Max. 3000mg/Tag
Wirkt Blutgerinnungs-hemmend. Auch zur äusserlichen Schmerzstillung als Salbe, Gel, Creme oder Pflaster verfügbar.


Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen sind Standarddosierungen für gesunde Erwachsene.

Pflanzliche Schmerzmittel

Neben den synthetischen Wirkstoffen stehen wenige Präparate in der Pflanzenmedizin zur Verfügung wie z.B. Teufelskrallenwurzel- oder Weidenrinden-Extrakt.

Kombinationen:

Schmerzmittel werden in der Schweiz nicht mehr miteinander in einem Präparat kombiniert, da Wirkung und Nebenwirkung in einem ungünstigen Verhältnis stehen.

Kombinationen von Schmerzmitteln mit Coffein können bei Kopfschmerzen und Migräne sinnvoll sein, da das Coffein die Wirkung positiv unterstützt.

Bei grippalen Infekten sind Kombinationen von Schmerzmitteln mit Schnupfenmitteln, Hustenstillern und Vitamin C gebräuchlich. Die Schmerzmittel werden hier nicht nur gegen Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen, sondern auch zur Hemmung des bei einer Erkältung ablaufenden Entzündungsprozesses eingesetzt.

Sowohl die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Arzneimittel als auch die komplexen Ursachen für Schmerzen bedingen eine persönliche Beratung, in der wir auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingehen und optimale Lösungen finden.
Wir freuen uns, Ihnen bei uns in der Bahnhof Apotheke weiterhelfen zu dürfen.

Quellen: Arnzeimittelkompendium der Schweiz (Online-Version), Mutschler: Arzneimittelwirkungen, 9. Auflage